Entzündliche Gelenkerkrankungen

Rheumatoide Arthritis

Die Rheumatoide Arthritis (chronische Polyarthritis) ist die häufigste entzündliche Gelenkkrankheit. Sie kann in jedem Lebensalter beginnen, der Altersgipfel liegt in der zweiten Lebenshälfte.

Entzündung der Fingergrundgelenke bei der Rheumatoiden Arthritis

Das charakteristische klinische Bild ist eine symmetrisch verteilte Entzündung der Extremitätengelenke, weiterhin können die Gelenke zwischen den Schlüsselbeinen und dem Brustbein, die Kiefergelenke sowie die Gelenkverbindung zwischen dem Kopf und der Halswirbelsäule einbezogen werden. Bei jüngeren Menschen sind regelhaft die kleinen Gelenke der Finger einbezogen (Grund- und Mittelgelenke), bei alten Menschen kann die Krankheit ausschließlich die mittelgroßen und großen Gelenke betreffen (Alters-RA).

Im Vordergrund des Beschwerdebilds stehen Ruhe- und Belastungsschmerzen der Gelenke, Gelenksteife, Verlust von Kraft und Beweglichkeit sowie rasche Ermüdbarkeit. Die über mehr als wenige Minuten anhaltende Morgensteife behindert insbesondere die ersten Verrichtungen des Tages und hilft bei der Unterscheidung zwischen der Arthritis von der Arthrose.

Rheumatologen der Universität Düsseldorf haben einen einfachen Fragebogen entwickelt, mit dem u.a. jeder selbst prüfen kann, ob seine Gelenkbeschwerden eher auf Entzündung oder eher auf Verschleiß zurück zu führen sind. Der Fragebogen gibt auch Hinweise, ob über die Gelenke hinaus gehende Beschwerden eine rheumatische Ursache haben können.

Der Fragebogen kann im Internet aufgerufen werden:

Ein Teil der Beschwerden bei der Rheumatoiden Arthritis kann mit Schmerzmitteln gebessert werden. Behandelt werden damit aber nur die Krankheitssymptome, nicht die Krankheit selbst. Das kann sich verhängnisvoll auswirken, da die nicht ausreichend behandelte Entzündung langfristig Schäden verursacht. Dabei kommt es zur Zerstörung des Gelenkknorpels, zur Lockerung des Gelenkhalteapparats - der Bänder und der Gelenkkapsel - und zu chronischen Sehnenschäden. Diese Entzündungsfolgen sind, wenn sie einmal eingetreten sind, mit medikamentöser Therapie nicht mehr zu beheben. Es bleibt dann die Möglichkeit, diese Schäden operativ zu korrigieren oder die Gelenke durch Kunstgelenke - Endoprothesen - zu ersetzen.