Lupus erythematodes

Systemischer Lupus erythematodes

Der systemische Lupus erythematodes ist die Kollagenose mit der vielfältigsten Symptomatik. Fast alle betroffenen Patienten haben rheumatische Beschwerden und Hauterscheinungen (u.a. das Schmetterlingserythem, ein charakteristischer Ausschlag im Gesicht).

Weitere häufige Organbeteiligungen sind Nierenentzündungen (Glomerulonephritis), Entzündungen der serösen Häute (Rippenfell-, Herzbeutelentzündungen) und Blutbildveränderungen (Verminderung der Blutplättchen, der weißen oder roten Blutzellen).

Immunhistologisches Bild eines Nierenkörperchens beim systemischen Lupus erythematodes.

Die Beteiligung des Herzens kann sich zudem in Entzündungen des Herzmuskels, der Herzklappen oder der Herzkranzgefäße äußern, die des Gehirns in Hirn- oder Hirnhautentzündungen sowie Gefäßverschlüssen, die der Lunge in Lungenentzündungen oder Lungenfibrose (Bindegewebsvermehrung). Autoantikörper gegen bestimmte Zellmembranbestandteile (Phospholipide) begünstigen Verschlüsse von Arterien und Venen und können Fehlgeburten verursachen. Anhaltende Abgeschlagenheit und Leistungsschwäche beeinträchtigen viele Patienten im täglichen Leben.

Glücklicherweise ist nur ein Teil der Patienten von gravierenden Organbeteiligungen betroffen. Viele Patienten haben lediglich eine geringgradige Gelenk- oder Hautbeteiligung und benötigen deshalb nur eine wenig eingreifende Therapie. Zudem sind Schwankungen in der Krankheitsaktivität häufig. Aktivitätsphasen können mit langen Phasen fehlender Krankheitsaktivität abwechseln. In letzteren Phasen kann die Therapie oft auf ein Minimum reduziert oder ganz beendet werden.

Die Entscheidung über die Therapie resultiert in erster Linie aus der Krankheitsaktivität und der Art der Organbeteiligungen. Dabei muss neben der aktuellen Gefährdung stets auch eine Abschätzung des zukünftigen Verlaufs erfolgen. Entzündliche Organbeteiligungen mit hohem Schädigungspotential - z.B. der Niere (Glomerulonephritis), des Gehirns, des Herzmuskels, der Lunge - erfordern eine intensive immunsuppressive Therapie. Nach Abschluss der akuten Erkrankungsphase wird in der Regel eine mittel- oder niedrigpotente Langzeittherapie eingeleitet (Erhaltungstherapie), um Rückschläge zu verhindern. Bei weniger bedrohlichen Organbeteiligungen wird versucht, von vornherein mit mittel- oder niedrigpotenter Therapie zu behandeln, um die Risiken der intensiven Immunsuppression wie Blutbildveränderungen und eine Schwächung der Infektabwehr zu vermeiden.