Kollagenosen

Polymyositis/Dermatomyositis

Die Polymyositis und Dermatomyositis sind durch eine chronische Entzündung der Muskulatur gekennzeichnet. Diese äußert sich durch eine innerhalb von einigen Wochen fortschreitende Schwäche vor allem der körpernahen Muskeln an den Armen und Beinen. Muskelschmerzen treten nur bei einer Minderheit der Betroffenen auf. Wenn zusätzlich charakteristische Hautveränderungen hinzutreten, handelt es sich um eine Dermatomyositis.

Die Kernspintomographie (MRT) unterscheidet bei den entzündlichen Muskelerkrankungen zwischen erkrankten und nicht erkrankten Muskelarealen. Die Abbildungen zeigen Querschnitte durch die Oberschenkel

Die Diagnose der Muskelentzündung erfolgt in der Zusammenarbeit des Rheumatologen mit dem Neurologen. Dieser liefert mit dem Elektromyographiebefund (EMG) - Muskelstromableitung - ein wichtiges Diagnosekriterium. Mittels Kernspintomographie lassen sich die erkrankten Muskelareale zuverlässig nachweisen. Im Regelfall sollte die Diagnose durch eine Biopsie bestätigt werden - eine Muskelgewebeentnahme in örtlicher Betäubung.

Von den Beteiligungen innerer Organe haben die Herzmuskelbeteiligung und die Lungenbeteiligung die größte Bedeutung. Erstere zeigt sich vorzugsweise mit Rhythmusstörungen oder den Zeichen einer eingeschränkten Pumpfunktion, letztere als Lungenentzündung oder Lungenfibrose. Da bei der Polymyositis / Dermatomyositis bösartige Tumoren in unterschiedlichen Organen überzufällig häufig vorkommen, müssen Patienten mit diesen Kollagenosen besonders gründlich internistisch durchuntersucht werden.

Polymyositis und Dermatomyositis erfordern in der Mehrzahl der Fälle eine lange Behandlungszeit. Dabei ist frühzeitig der Einsatz kortisoneinsparender Immunsuppressiva zu erwägen, da nur ein Teil der Patienten allein mit Kortison in verträglichen Dosen auskommt. Bei gravierenden Organbeteiligungen wie der Herzmuskelentzündung, der Lungenentzündung oder beginnenden Lungenfibrose muss oft eine intensive Immunsuppression durchgeführt werden.