Systemische Vaskulitiden

Gefäßentzündungen

Bei den systemischen Vaskulitiden sind die Blutgefäße das Hauptziel der Autoimmunreaktion.

Die wichtigsten Erkrankungen dieser Gruppe sind

  • die Riesenzellarteriitis
  • die Takayasu-Arteriitis
  • die Wegenersche Granulomatose
  • die Mikroskopische Polyangiitis
  • das Churg-Strauss-Syndrom
  • die kryoglobulinämischen Vaskulitiden
  • die Polyarteriitis nodosa

Daneben gibt es eine Reihe von sekundären Vaskulitiden - das sind Vaskulitiden, die auf dem Boden einer anderen Grunderkrankung entstehen. Die häufigsten Grunderkrankungen sind dabei

  • Infektionskrankheiten
  • Kollagenosen
  • die Rheumatoide Arthritis
  • Tumorerkrankungen

Da sekundäre Vaskulitiden vielfach durch die Behandlung der Grunderkrankung günstig zu beeinflussen sind, erfordert die Diagnose einer Vaskulitis stets eine gründliche internistische Durchuntersuchung.

Ähnlich wie die Kollagenosen können auch die Vaskulitiden eine Vielzahl von Organen einbeziehen. Immunregulationsstörungen spielen auch bei diesen Erkrankungen eine wichtige Rolle und lassen sich unter anderem mit dem Auftreten von Autoantikörpern nachweisen. Speziell sind hier Antineutrophilen-Zytoplasma-Antikörper (ANCA) ein wegweisender serologischer Befund.

Die Therapie der systemischen Vaskulitiden umfasst zum einen die Unterdrückung der ursächlichen Immunfehlfunktion durch Immunsuppression, zum anderen die Behandlung der Organstörungen und Beschwerden. Die Immunsuppressiva für diese Erkrankungen sind im wesentlichen dieselben, die auch bei den Kollagenosen und der Rheumatoiden Arthritis eingesetzt werden. Die Behandlungsschemata - d.h. die Dosierung, die Therapiedauer, die Reihenfolge des Einsatzes verschiedener Medikamente - sind bei den verschiedenen Erkrankungen aber unterschiedlich und die Behandlungsregeln auf diesem Gebiet werden immer differenzierter. In der jüngsten Vergangenheit erweiterten sich die Therapiemöglichkeiten zudem durch die Anwendung von Zytokinen - von Zellen freigesetzten Regulatoren des Immunsystems - und Zytokinantagonisten.